Fairtrade-Ausstellung im Günzburger Rathaus

Schüler des Dossenberger Gymnasiums haben Plakate zum fairen Handel entwickelt. Dass es sich dabei um ein „wichtiges Thema der Gegenwart“ handelt, findet auch OB Gerhard Jauernig.

Günzburg. Seit Montag ist im Erdgeschoss des Günzburger Rathauses eine Ausstellung von Schülerinnen und Schülern des Dossenberger Gymnasiums zu sehen. Die Ausstellung widmet sich bis Mitte August einem hochaktuellen Thema unserer Zeit: Insgesamt sieben Schautafeln wollen auf die ungerechten Welthandelsregeln aufmerksam machen, die Millionen von Menschen die Chance nehmen, sich aus der Armut zu befreien.

Entwickelt wurde die Ausstellung von Schülerinnen und Schülern der 5. und 6. Klassen. Im Rahmen der schulischen Nachmittagsbetreuung erarbeiteten sie in der Anfang des Jahres gegründeten „Fair Trade-AG“ Plakate rund um das Thema fairer Handel. Dazu liehen sie sich Bücher aus, recherchierten in Magazinen und sahen Filme rund um das Thema Handelsgerechtigkeit. „Im Anschluss präsentierten sie ihre Erkenntnisse auf den verschiedenen Plakaten“, berichtet die 17-jährige Schülerin Pia Kurtenbach, die die Arbeitsgruppe ins Leben gerufen hat.

So thematisiert ein Plakat den Weg der Orange zum fertigen Saft, auf einem anderen werden Ursachen und Folgen der Kinderarbeit in so genannten Ländern der Dritten Welt dargestellt. Ergänzt wird die Ausstellung um einige Plakate, die im Rahmen der „Schokowerkstatt“ an der Grundschule Südost entstanden sind. Dort haben sich die Kinder auf ihrem Weg zum Agenda-Diplom mit der Herstellung von Schokolade beschäftigt.

„Außerdem haben wir das Thema ‚faire Fußbälle‘ aufgegriffen“, berichtet der 13-jährige Oliver Simonetti, der nicht nur bei der „Fair Trade AG“ mitarbeitet, sondern in seiner Freizeit auch im Günzburger Weltladen aushilft. Dort waren faire Fußbälle, also Bälle, die ohne Kinderarbeit hergestellt wurden, das Produkt des Monats Mai.

Für Oliver ist es Ehrensache, sich mit Fragen des fairen Handels und Handelns auseinanderzusetzen. „Wenn ich eine fair gehandelte Hose kaufe, dann ist die zwar teurer, aber der Hersteller der Hose verdient auch mehr, kann besser seine Familie ernähren und vielleicht sogar seine Kinder zur Schule schicken“, weiß der Gymnasiast. „Es ist echt super, dass ich auf diesem Weg etwas Gutes tun kann.“ Seine Schulkameradin Josefine Merklein, 11 Jahre, pflichtet ihm bei: „Die Sachen sind richtig schön. Ich habe mir zum Beispiel einen Traumfänger aus Afrika gekauft, der ohne Kinderarbeit entstanden ist. Und der schwarze und lilafarbene Reis ist total lecker.“

„Wir müssen uns damit auseinandersetzen, dass wir über unsere Verhältnisse leben“, sagte Schulleiter Dr. Christoph Henzler, der zur Ausstellungseröffnung mit Oberbürgermeister Gerhard Jauernig begrüßte. Die Frage sei, wie man das Land so gestalten könne, damit alle Menschen ihr Auskommen auf der Erde haben, so Henzler.

„Eine Ausstellung wie diese brauchen wir immer wieder, denn vieles wird bei uns als selbstverständlich genommen. Dabei ist Handelsgerechtigkeit ein wichtiges Thema der Gegenwart“, stellte OB Jauernig fest. Er sieht aber bei den Bürgern eine große Bereitschaft zum Umdenken. „Die besten Ideen kommen oft aus der Bürgerschaft. Viele von ihnen engagieren sich seit vielen Jahren für einen gerechten Handel, damit Produzenten in Afrika, Asien und Lateinamerika bessere, faire Preise für ihre Produkte erhalten.“

„Da bin ich wohl ein Spätzünder“, seufzt der gerade einmal dreizehnjährige Oliver. „Ich wünschte, ich hätte mich schon früher mit dem Thema auseinandergesetzt.“

Durch die breite thematische Ausrichtung richtet sich die Ausstellung an alle Bürger, Schüler und Jugendliche sowie Besucher Günzburgs. Zur Ausstellung wird auch eine Tafel um die Unterstützung des Teams „Fair Trade Town Günzburg“ werben. Als erste Stadt im Landkreis will sich Günzburg um den Titel „Fairtrade-Stadt“ bewerben. Dazu muss die Stadt verschiedene Kriterien wie die Gründung einer Steuerungsgruppe und die Berichterstattung in den örtlichen Medien erfüllen (die GZ berichtete).

 

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Die 5. und 6. Klassen der „Fairtrade AG“ des Dossenberger Gymnasiums haben Plakate rund um das Thema Handelsgerechtigkeit entwickelt, die derzeit im Rahmen einer „Fairtrade“-Ausstellung im Erdgeschoß des Rathauses (Gebäude 2) zu sehen sind. Foto: Sabrina Schmidt/ Stadt Günzburg.

 

 

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