Günzburger Grundschulen spielen jetzt fair

Fairtrade-Stadt Günzburg stattet Schulen mit fairen Bällen aus

2017_5_5 Günzburger Grundschulen spielen fair

Die Fairtrade-Stadt Günzburg, vertreten durch Oberbürgermeister Gerhard Jauernig, Dr. Angelika Fischer (Sprecherin der Steuerungsgruppe), Jutta Kaufmann (Fairtrade-Koordinatorin im Rathaus) und Ursula Seitz (Mitglied der Steuerungsgruppe), hat die Günzburger Grundschulen mit fairen Bällen ausgestattet. Die Fußballmannschaft der Grundschule Reisensburg durfte die Bälle stellvertretend für die gesamte Schülerschaft im Beisein von Rektorin Heidrun Rebenstorff entgegen nehmen. Foto: Sabrina Schmidt.

Günzburg. Die Fairtrade-Stadt Günzburg hat alle Grundschulen im Stadtgebiet mit fair hergestellten Sportbällen ausgestattet. Damit setzt Günzburg ein weiteres sichtbares Zeichen für fair gehandelte Produkte und gegen ausbeuterische Kinderarbeit. Im vergangenen Jahr hatte die Stadt Günzburg bereits die Handballabteilung des VfL Günzburg mit fairen Bällen ausgestattet.

„Das ist gut investiertes Geld“, betont Oberbürgermeister Gerhard Jauernig. Mit den fairen Bällen würden Arbeiter in der dritten Welt unterstützt. Gleichzeitig profitierten die Grundschüler von neuen Trainingsgeräten. „Es ist gut, wenn sich Schüler bewegen können. Mit Bällen geht das meist am besten“, so Jugendreferentin Ursula Seitz.

Zwar haben die Schulen eigentlich ein eigenes Budget für das Bestellen von Sport- und Spielgeräten. Aber als Fairtrade Town sieht sich die Stadt Günzburg dem fairen Handel in besonderer Weise verpflichtet. „Wir konnten erst vor wenigen Monaten unseren Titel als Fairtrade-Stadt erneuern. Mit dieser Aktion wollen wir den Titel weiterhin mit Leben füllen“, berichtet Dr. Angelika Fischer, die Sprecherin der Fairtrade-Steuerungsgruppe.

„Bälle braucht man immer; der Verschleiß ist recht groß“, betont Heidrun Rebenstorff, die Leiterin der Grundschule Reisensburg, wo die ersten Bälle symbolisch übergeben wurden. Viele Schulen bestellen fast jedes Jahr ein paar neue Bälle für den Sportunterricht. Die meisten dieser Bälle werden in Pakistan produziert. Bis in die 1990er Jahre machten das oft Kinder, um damit ihre Eltern und die Familie zu unterstützen.

Bei fair gehandelten Bällen kommt keine Kinderarbeit zum Einsatz und die Näherinnen verdienen zwischen 20 und 40 Prozent mehr je Ball. Möglich sei das, weil bei diesen Bällen kaum Geld für Werbung gemacht und zudem auf Zwischenhändler verzichtet werde. „Deshalb sind die fair gehandelten Bälle auch nicht wesentlich teurer als andere“, so Fischer.

Geht es nach der Stadtverwaltung, so sollen die Sportbälle in den nächsten Wochen intensiv von den Schülern und ihren Lehrkräften getestet werden. Auf Bewertungsbögen, die die Stadt vorbereitet hat, können die Schüler die Bälle dann benoten. „Wenn die Sportbälle gut angenommen werden, wollen wir auch die weiteren Schulen in Günzburg mit fairen Bällen ausstatten“, sagt Jauernig. „Die Aktion könnte dann im wahrsten Sinne des Wortes Schule machen.“

 

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